Lernmythen im Faktencheck: Was wirklich funktioniert
Rund ums Lernen kursieren viele Mythen. Manche klingen plausibel, andere halten sich hartnäckig – aber was davon stimmt eigentlich? Hier ein Blick auf die bekanntesten Irrtümer und was die Forschung dazu sagt.
Was sind Lernmythen?
Lernmythen sind populäre Annahmen über das Lernen, die wissenschaftlich nicht belegt sind oder sogar widerlegt wurden.
Mehr dazu findest du bei Wikipedia – Lernmythos und im Beitrag „Gibt es verschiedene Lerntypen?“ von Spektrum.de.
Mythos 1: Viel hilft viel
Stundenlanges Pauken am Stück – das muss doch am effektivsten sein, oder? Nicht wirklich. Die Konzentrationsfähigkeit sinkt nach etwa 30-50 Minuten deutlich ab. Regelmäßige, kürzere Lerneinheiten mit Pausen bringen mehr fürs Langzeitgedächtnis. In der Forschung spricht man von "verteiltem Lernen" oder "Spaced Repetition".
Mehr dazu: e-teaching.org – Learning Nuggets / Micro-Lerneinheiten
Mythos 2: Jeder Mensch hat einen festen Lerntyp
Visuell, auditiv, kinästhetisch – die Idee der Lerntypen hält sich hartnäckig. Das Problem: Studien konnten keinen Zusammenhang zwischen dem bevorzugten "Lerntyp" und tatsächlichem Lernerfolg nachweisen. Entscheidend ist eher, dass du verschiedene Methoden kombinierst und aktiv mit dem Stoff arbeitest. (Scribbr.at)
Was wirklich hilft: Verschiedene Sinneskanäle nutzen – lesen, hören, erklären, praktisch anwenden.
Mythos 3: Markieren reicht zum Merken
Textstellen bunt markieren fühlt sich produktiv an – ist aber oft nicht besonders effektiv. Das Gehirn speichert Informationen besser, wenn du sie aktiv abrufst: Fragen beantworten, in eigenen Worten erklären, sich selbst testen.
Das ist gut dokumentiert – Stichwort "Testeffekt" oder "Retrieval Practice". Passives Lesen oder Markieren allein reicht nicht. (Deutsches Schulportal)
Mythos 4: Fehler sind schlecht
Fehler beim Lernen machen – das fühlt sich oft frustrierend an. Dabei sind Fehler ein wichtiger Teil des Lernprozesses. Sie zeigen, wo noch Lücken sind, und helfen dem Gehirn, Wissen besser zu verankern. Lernpsychologen sprechen von "Fehlerlernen" – einer effektiven Form der Wissenskonsolidierung.
Kurz gesagt: Fehler sind Feedback, kein Scheitern.
Fazit
Nicht alles, was man übers Lernen hört, hält einer genaueren Prüfung stand. Verteiltes Lernen, aktives Wiederholen und eine gute Mischung verschiedener Methoden sind wissenschaftlich gut belegt. Lerntypen und stundenlanges Durchpauken dagegen eher nicht.
Mit Kopfkasten kannst du diese Erkenntnisse praktisch umsetzen: kurze Lerneinheiten, Spaced Repetition, aktives Testen mit Flashcards und Learning Goals für mehr Struktur.
Weiterführende Literatur: